Im Urlaub mit einem Zuchtset zu Hause: was tust du mit deinem Block, wenn du zwei Wochen weg bist?
Share
Ein Zuchtset verlangt tägliche Aufmerksamkeit, und genau die kannst du im Urlaub nicht geben. Trotzdem muss ein Block nicht eingehen, weil du zwei Wochen nach Frankreich fährst. Myzel kann ausgezeichnet warten, solange du es nicht im Fruchtmodus zurücklässt. Hier ist, was du tust, je nachdem, wie lange du weg bist und in welcher Phase der Block ist.
Das Prinzip: Block in den Pausenmodus versetzen
Ein Zuchtset hat zwei Zustände. Im Fruchtmodus, offen, hell, gesprüht, bildet es Pilze und braucht jeden Tag Feuchtigkeit. Im Ruhemodus, geschlossen und kühl, tut es fast nichts und kann Wochen warten. Alles hier unten läuft auf eines hinaus: Versetze den Block vor der Abreise zurück in den Ruhemodus und hol ihn bei der Rückkehr wieder heraus.
Eine Woche oder kürzer weg
Ernte, was da ist, auch wenn es etwas zu jung ist; ein junger Austernpilz schmeckt besser als einer, der nach einer Woche überreif am Block hängt. Sprüh den Block gut nass, stülp eine durchsichtige Box oder eine große Plastiktüte mit ein paar Löchern locker darüber und stell ihn an den kühlsten Platz des Hauses, weg vom Fenster. So hält er seine Feuchtigkeit, und höchstens wächst eine neue Welle, die auf dich wartet. Eine Woche übersteht ein Block so ohne Probleme.
Zwei bis drei Wochen weg
Dann kommt der Block in den Kühlschrank. Alles ernten, Stummel entfernen, Block nass sprühen und in eine Plastiktüte stecken, die du locker zufaltest, nicht luftdicht. Unten im Kühlschrank, beim Gemüse, um vier bis sieben Grad. Kälte legt das Myzel still, ohne ihm zu schaden, genau so, wie wir es in der Zucht lagern. Zwei, drei Wochen sind kein Problem, vier gehen meist auch noch. Bei der Rückkehr nimmst du den Block heraus, lässt ihn einen Tag auf Zimmertemperatur kommen und gibst ihm die kalte Dusche: zwölf Stunden in kaltem Wasser untertauchen, abtropfen lassen, zurück an seinen hellen, kühlen Platz. Meist kommt innerhalb von zwei Wochen eine neue Welle.
Ausnahme: der Rosenseitling. Der ist tropisch und verträgt den Kühlschrank schlecht. Für den rosa gilt: ernten, nass sprühen, Box darüber, kühlstes Zimmer, und hoffen, dass die Nachbarn einmal sprühen wollen. Länger als zehn Tage wird es spannend.
Ein noch ungeöffneter Block
Der einfachste Fall. Ein Zuchtset, das noch geschlossen ist, kommt einfach in der Verpackung in den Kühlschrank und wartet dort ruhig, bis du zurück bist. Bestellst du kurz vor dem Urlaub, lass es lieber liefern, wenn du zurück bist; ein Block, der zwei Wochen in einer warmen Paketstation steht, ist eine andere Geschichte als ein Block im Kühlschrank.
Länger als einen Monat weg
Dann lautet der ehrliche Rat: Gib den Block jemandem, der in den nächsten Wochen Freude daran haben will, oder bitte einen Nachbarn, ihn zu adoptieren. Ein Block ist keine Pflanze, die man an ein Tropfsystem hängt; er ist eine Ernte mit Haltbarkeitsdatum. Ein Block, der vier oder fünf Wochen wartet, kommt oft noch in Gang, aber mit einer kleineren Welle. Wer Ende Mai abreist und erst im Juli zurück ist, bestellt besser einen neuen Block für September, als einen alten wiederzubeleben.
Und die Stämme draußen?
Die kommen zurecht, mit einer kleinen Vorbereitung. Stämme sind geradezu für Vernachlässigung gebaut, siehe den Wetterbeitrag. Reist du in einer trockenen Sommerphase ab, gib ihnen am Tag vorher eine Nacht in einer Wanne Wasser oder eine Stunde unter dem Schlauch, leg sie danach in den Schatten mit einer Seite auf dem Boden und wirf eine Schicht Laub oder Holzhäcksel gegen die Verdunstung darüber. So überstehen sie einen trockenen Monat. Einen Stamm, der während deines Urlaubs fruchtet, dessen Ernte verlierst du; das ist schade, aber der Stamm merkt nichts davon und macht es im Herbst einfach noch einmal.
Und der Eimer und das Häckselbeet?
Ein Eimer Stroh in der Durchwachsphase kommt zwei bis drei Wochen ohne Aufmerksamkeit aus, sofern er nicht warm und nicht in der Sonne steht. Einen Eimer in der Fruchtphase behandelst du wie ein Zuchtset: ernten, nass machen, abdecken, kühl wegstellen. Einem Häckselbeet gibst du vor der Abreise eine ordentliche Gießkanne Wasser und eine Schicht frische Häcksel oder Stroh als Decke; das Beet regelt den Rest, und was in der Zwischenzeit wuchs und nicht geerntet wurde, geht einfach wieder in den Boden.
Die Checkliste, bevor die Tür zugeht
- Alles ernten, auch jung.
- Zuchtset: nass sprühen, in eine Tüte, in den Kühlschrank (außer dem rosa: kühles Zimmer mit Box darüber).
- Ungeöffneter Block: Kühlschrank, in der Verpackung.
- Stämme: untertauchen, Schatten, Laubdecke.
- Eimer und Beet: nass machen, abdecken, kühl.
- Rückkehr: Block auf Zimmertemperatur, kalte Dusche, Licht und Luft.
Wer das macht, kommt aus dem Urlaub zurück und steht eine Woche später einfach wieder beim Ernten. Und wer es vergisst, schreibt uns mit einem Foto; oft ist mehr zu retten, als es scheint.