Braunkappe: der Pilz, der dein Gemüsebeet nährt
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Von allen Arten, die wir verkaufen, gibt es eine, die nichts mit Stämmen oder Zuchtblöcken zu tun hat. Die Braunkappe, auch Kulturträuschling oder auf Englisch Garden Giant, wächst in einem Beet aus Holzhäckseln. Einfach auf dem Boden, zwischen deinem Gemüse oder unter den Sträuchern. Das ist die Art, mit der wir Leuten den Einstieg empfehlen, wenn sie einen Garten haben und keine Bohrmaschine, und der April ist genau der Monat, um das Beet anzulegen.
Wie sieht sie aus?
Groß. Ein ausgewachsenes Exemplar hat einen Hut von zehn bis manchmal dreißig Zentimetern, weinrot bis rotbraun, der im Alter zu gelbbraun verblasst. Die Lamellen darunter beginnen grauweiß und färben sich zu einem Violettgrau. Um den kräftigen weißen Stiel sitzt ein dicker Ring mit gerunzelter Oberseite, und dieser Ring ist das beste Erkennungsmerkmal. Junge Exemplare, mit noch gewölbtem Hut und hellen Lamellen, schmecken am besten.
Warum ist das der Pilz für den Gemüsegarten?
Weil sie den Boden verbessert, während sie wächst. Das Myzel verdaut die Holzhäcksel in einer Saison zu dunklem, krümeligem Humus, hält den Boden darunter feucht und arbeitet mit den Wurzeln der Pflanzen in der Nähe zusammen. Gärtner, die ein Braunkappenbeet zwischen den Kohl oder unter die Bohnen legen, sehen den Boden innerhalb eines Jahres sichtbar verändert. Die Pilze sind der Bonus, der Boden ist der Grund.
Wie legst du ein Beet an?
- Wähle einen Schattenplatz von mindestens einem Quadratmeter. Unter Sträuchern, zwischen hohem Gemüse, an der Nordseite eines Zauns. Halbschatten geht, volle Sonne nicht.
- Besorge frische Holzhäcksel aus Laubholz: von der Gemeinde, einem Baumpfleger oder dem eigenen Häcksler. Kein Nadelholz, und lieber keine Häcksel, die schon Monate vor sich hin gären.
- Baue Schichten. Lockere den Boden, lege fünf Zentimeter nasse Häcksel, streue die Hälfte der Brut darüber, wieder fünf Zentimeter Häcksel, den Rest der Brut, und eine Deckschicht von ein paar Zentimetern. Ein Beutel mit 250 Gramm reicht für etwa einen Quadratmeter.
- Wässern und abdecken. Gib dem Beet eine ordentliche Gießkanne Wasser und lege in den ersten Wochen etwas Karton oder Stroh gegen das Austrocknen darauf.
Wann kannst du ernten?
Ein im April angelegtes Beet liefert bei normalem Wetter ab Juni oder Juli die ersten Pilze und macht bis in den Oktober weiter. Sie kommen nach Regen, oft in Wellen, und wachsen schnell: vom Knopf zum ausgewachsenen Pilz in drei bis fünf Tagen. Ernte jung, solange der Hut noch gewölbt ist, indem du den Stiel unten herausdrehst. Ein großes Exemplar mit flachem Hut und dunklen Lamellen ist noch essbar, aber weniger lecker und zieht Schnecken an.
Wie schmeckt sie?
Fest und erdig, mit etwas, das manche als Kartoffel oder Rotwein beschreiben. Anders als ein Austernpilz ist das ein Pilz für den Ofen oder die Pfanne mit Deckel: in Scheiben gebraten, im Schmortopf oder gefüllt wie ein Portobello. Kurz und heiß anbraten funktioniert wegen der Dicke weniger gut. Immer durchgegart essen, niemals roh.
Wie hältst du das Beet am Leben?
Füttern. Jedes Frühjahr eine neue Schicht frische Häcksel darüber, und das Myzel kriecht hinein und macht weiter. Ein gut gepflegtes Beet hält Jahre und breitet sich langsam aus; wer will, schaufelt im Herbst ein paar Hände durchwachsene Häcksel an einen neuen Platz und hat dort im Jahr darauf ein zweites Beet. Bei Trockenheit die Häcksel einmal pro Woche gründlich wässern. Mehr braucht der Pilz nicht. Wir kennen keine Art, die so viel zurückgibt für so wenig Arbeit, und genau deshalb sollte sie in keinem Garten mit einer Schattenecke fehlen.