Stämme gratis finden: Gemeindeschnitt, Baumpfleger und der Sturm von gestern

Die Frage "Woher bekomme ich einen Stamm" erreicht uns im Januar häufiger als jede andere Frage zu Dübeln. Die Antwort ist erfreulich: Frisches Laubholz ist in diesen Monaten gratis und überall, solange du es siehst, wenn du daran vorbeiläufst. Hier die sechs Quellen, aus denen wir und unsere Kunden es beziehen, von einfach bis etwas mehr Aufwand.

1. Der Gemeindeschnitt in deiner eigenen Straße

Gemeinden schneiden und fällen zwischen November und März, und das Holz landet im Häcksler oder beim Kompostierer. Die Leute mit der Säge haben meist nichts dagegen, wenn du ein paar Stämmchen mitnimmst, vor allem wenn du freundlich fragst und selbst schleppst. Achte auf die Holzart: An Straßen stehen viele Linden, Platanen und Eschen, und von diesen dreien ist Esche die beste für den Austernpilz. Linde und Platane funktionieren auch, sind aber weniger berechenbar.

2. Baumpfleger und Gärtner

Ein Baumpfleger zahlt dafür, sein Holz loszuwerden. Wer ihn fragt, ob in den nächsten Wochen eine Buche, Eiche oder Birke dran ist, und anbietet, die Meterstücke selbst abzuholen, bekommt fast immer ein Ja. Am besten ist eine feste Absprache: Hinterlass deine Nummer und bitte um eine Nachricht, wenn etwas Gutes anfällt. So bekommst du genau das Holz, das du suchst, statt das, was zufällig da ist.

3. Der Sturm von gestern

Nach jedem Wintersturm liegen in Parks, Wäldern und an Straßen umgeworfene oder abgebrochene Bäume. In der Woche danach wird alles aufgeräumt, und das ist dein Zeitfenster. Frag beim Verwalter (Gemeinde, Forst, Gut), ob du Stücke sägen oder mitnehmen darfst; einfach Holz aus dem Wald zu holen ist nicht erlaubt, und das wollen wir auch nicht. Sturmholz hat einen Nachteil: Es kann schon eine Weile tot gewesen sein, bevor es fiel. Schau auf die Stirnseite: straff und hell ist gut, verfärbt oder weich bedeutet, dass schon andere Bewohner da sind.

4. Kleinanzeigen, Nachbarschafts-Apps und die Verschenkecke

Such nach "Brennholz", "Stammholz" oder "Baum gefällt". Leute, die einen Baum aus dem Garten haben entfernen lassen, bieten das Holz regelmäßig gratis an, solange du es schnell abholst. Frag immer, wann der Baum gesägt wurde. Zum Beimpfen willst du Holz von höchstens sechs Wochen, und "letzten Herbst" taugt also nur noch als Brennholz.

5. Dein eigener Garten und der der Nachbarn

Jeder Gartenbaum, der geschnitten wird, liefert Kandidaten: ein dicker Ast vom Apfel- oder Kirschbaum, eine Erle am Graben, eine Weide, die gekappt wird. Kopfweiden sind ein Sonderfall: Sie liefern alle drei bis vier Jahre beim Kappen einen Stapel armdicker Äste, die genau die richtige Größe für Samtfußrübling und Austernpilz haben. Schau bei den Nachbarn und biete einen Teil der Ernte als Tauschmittel an. Das funktioniert.

6. Holzhandel und Sägewerk

Wer keine Lust aufs Suchen hat, ruft ein örtliches Sägewerk oder einen Holzhändler an und fragt nach frischem Laubholz in Stammform, ungetrocknet. Das kostet etwas, aber du wählst genau Art, Maß und Frische. Wer Shiitake auf Eiche will und keine Eiche in der Nähe hat, fährt damit sicher.

Was lässt du liegen?

Nadelholz (immer), Holz, das schon Monate liegt, Holz mit lockerer Rinde oder schwarzen Streifen an der Stirnseite, und alles, was behandelt oder gestrichen ist. Auch Stämme, die direkt an einer viel befahrenen Straße standen und jahrelang Abgase abbekommen haben, sind nicht ideal, auch wenn das eher eine Frage der Vorliebe als der Gefahr ist. Und hol niemals ohne Erlaubnis Holz aus einem Naturschutzgebiet: Dort wurde Totholz bewusst für die Pilze liegen gelassen, die schon darin wohnen.

Und dann?

Auf Länge sägen, die Stämme in den Schatten legen, locker eine Plane gegen das Austrocknen darüber, und innerhalb von zwei bis sechs Wochen beimpfen. Wie viele Dübel du pro Stamm brauchst, steht in unserer Rechenhilfe, und warum Februar und März dafür die besten Monate sind, in diesem Beitrag. Unsicher bei einem Stamm? Foto der Stirnseite an uns, dann sagen wir, ob er taugt.

Zurück zum Blog