Zuchtset oder Brut kaufen: was passt zu dir?

Wer zum ersten Mal Pilze züchten will, findet bei uns zwei Startpunkte: ein fertiges Zuchtset oder ein Tütchen Brut, um selbst ein Substrat zu beimpfen. Der Preis der Brut ist niedriger, und das lockt, aber günstiger ist nicht immer besser. Es sind eigentlich zwei verschiedene Hobbys, und dieser Beitrag hilft dir zu entscheiden, welches davon du eigentlich willst.

Was ist der Unterschied?

Ein Zuchtset ist ein Substratblock, der bei uns bereits vollständig mit Myzel durchwachsen ist. Die ganze schwierige Arbeit, das Sterilisieren, Beimpfen und wochenlange Durchwachsen, ist erledigt. Du schneidest die Folie auf, sprühst, und in ein bis zwei Wochen erntest du. Brut ist das Zwischenprodukt: Myzel auf einem Trägermaterial, das du selbst in ein Substrat mischst. Dieses Substrat musst du selbst herstellen und pasteurisieren, und danach muss es bei dir zu Hause erst durchwachsen, bevor es etwas zu ernten gibt.

Wähle ein Zuchtset, wenn...

  • du wissen willst, ob Pilzzucht etwas für dich ist, bevor du Zeit hineinsteckst;
  • du innerhalb von zwei Wochen Ergebnisse willst, etwa als Geschenk oder mit Kindern;
  • du keine Lust auf Stroh pasteurisieren, Eimer und etwas Unordnung hast;
  • du eine Art probieren willst, die auf losem Substrat schwierig ist, wie Igelstachelbart oder Klapperschwamm.

Ein XL-Block von gut drei Kilo liefert zwei bis vier Erntewellen. Rechne mit einem Kilo oder mehr Pilzen insgesamt, verteilt über ein bis zwei Monate. Sicherheit und Bequemlichkeit sind der Kern: Die Wahrscheinlichkeit, dass nichts kommt, ist gering, und wenn doch, schauen wir mit.

Wähle Brut, wenn...

  • du den Prozess selbst verstehen willst und Freude daran hast, etwas von Null aufzubauen;
  • du kostenloses Substrat hast: Kaffeesatz von der Arbeit, Stroh vom Bauern, Holzhäcksel von der Gemeinde;
  • du mehr Volumen willst als einen Block: Mit einem Tütchen Brut beimpfst du einen ganzen Eimer oder mehrere Beutel;
  • du schon einmal ein Zuchtset hattest und jetzt den nächsten Schritt gehen willst.

Brut ist pro Kilo Ernte günstiger, aber in die Rechnung gehören auch deine eigene Zeit und ein höheres Risiko. Ein Eimer Stroh, den du selbst pasteurisierst, kann misslingen, und beim ersten Mal passiert das häufiger als beim zweiten. Wer das als Teil des Hobbys sieht, stört sich nicht daran. Wer einfach Pilze wollte, schon.

Wie viel Arbeit ist Brut eigentlich?

Für einen Eimer Austernpilze auf Stroh: eine Stunde Stroh schneiden und in heißem Wasser pasteurisieren, eine halbe Stunde abtropfen lassen, zehn Minuten mit Brut mischen und in den Eimer stopfen. Danach zwei bis drei Wochen warten, während es durchwächst, und dann sprühen bis zur Ernte. Kaffeesatz ist einfacher (frisch aus der Maschine ist er praktisch schon pasteurisiert), aber auch launischer. Es ist kein großes Projekt, aber es ist ein Projekt.

Und die Kombination?

Viele Kunden beginnen mit einem Zuchtset, werden bei der ersten Ernte begeistert und steigen dann für das Volumen auf Brut um. Das ist genau die richtige Reihenfolge. Wer es andersherum macht und mit Brut beginnt, bekommt beim ersten misslungenen Eimer manchmal den Eindruck, Züchten sei nichts für ihn, obwohl es einfach ein Lernprozess war. Erst sicher ernten, dann lernen, ist unsere ehrliche Empfehlung.

Für Stämme im Garten gilt das alles übrigens nicht: Dort willst du Impfdübel, und diese Wahl haben wir früher schon erklärt.

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