Riecht dein Zuchtset sauer, nach Alkohol oder nach Wald? So liest du den Geruch
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In der Zucht riechen wir an allem. An Gläsern mit Körnerbrut, an Beuteln mit durchwachsenem Substrat, an Dübeln, die in die Kühlung gehen. Nicht aus Gewohnheit, sondern weil die Nase schneller ist als das Auge: Einen Block, der kippt, riechst du Tage, bevor du es siehst. Diese Fähigkeit kannst du zu Hause auch nutzen. Hier steht, was die Gerüche eines Zuchtsets bedeuten, von guter Nachricht bis Grund zum Eingreifen.
Frisch, nach Waldboden oder Champignons: gesund
So soll ein Block riechen. Der Geruch eines gesunden Austernpilzblocks ist der eines Herbstwalds nach Regen: erdig, frisch, leicht pilzig. Manche Arten haben einen eigenen Akzent. Ein Igelstachelbart-Block riecht süßlich, fast nach Mehl, und Klapperschwamm hat etwas Würziges. Solange es frisch bleibt, ist alles in Ordnung. Eingreifen: nicht nötig.
Süßlich und nach Alkohol oder Hefe: zu wenig Sauerstoff
Ein Geruch, der an Bier, Hefe oder Desinfektionsmittel erinnert, kommt vom Myzel selbst. Bekommt es zu wenig Sauerstoff, in einem zugebundenen Beutel oder einer geschlossenen Box, schaltet es auf eine Art Notstoffwechsel um und produziert dabei Alkohol. Der Block ist nicht kaputt, er erstickt ein bisschen. Eingreifen: mehr Luft. Beutel weiter öffnen, Box auf Kipp, Block aus dem Schrank. Innerhalb weniger Tage verzieht sich der Geruch. Bleibt er, steht der Block wahrscheinlich auch zu warm, denn Wärme beschleunigt diesen Prozess.
Sauer, nach Essig oder alter Milch: Bakterien
Ein scharfer saurer Geruch deutet auf Bakterienwachstum im Substrat hin, meist an nassen, erstickten Stellen. Oft siehst du dazu auch nasse, dunkle oder glitschige Stellen. Das ist der Geruch, bei dem du handeln musst. Eingreifen: Schau, wo die nasse Stelle sitzt. Außen und klein: wegschneiden, Block an einen luftigeren, kühleren Platz, weniger sprühen. Durch den ganzen Block: verloren, und dann möchten wir ein Foto mit deiner Bestellnummer über die Kontaktseite. Ein saurer Block war fast immer zu warm und zu nass, und manchmal lag das schon am Versand; dann regeln wir das.
Muffig, nach Keller oder nasser Kleidung: zu wenig Luft und zu nass
Muffige Luft ist die Vorstufe von sauer. Der Block steht zu lange in stehender, feuchter Luft, oft in einem geschlossenen Raum. Eingreifen: dieselben Maßnahmen wie beim Alkoholgeruch, und einen Tag nicht sprühen. Meist ist es dann innerhalb weniger Tage wieder frisch.
Nach Ammoniak: erschöpft oder überreif
Ein scharfer Ammoniakgeruch kommt vom Eiweißabbau. Zwei Ursachen. Die erste: Pilze, die zu lange am Block geblieben sind und anfangen zu verderben; ernte sie und die Sache ist erledigt. Die zweite: ein Block am Ende seines Lebens, dessen Substrat von Bakterien abgebaut wird. Dieser Block hat gegeben, was in ihm steckte. Eingreifen: ernten, was noch dran ist, und danach den Block im Garten zerkrümeln. Wie du an anderen Zeichen erkennst, ob ein Block erschöpft ist, steht im Beitrag über einen Block, der nichts tut.
Nach Fäulnis: über der Grenze
Echter Fäulnisgeruch, wie man ihn von vergessenem Gemüse kennt, bedeutet, dass das Substrat auf eine Weise abgebaut wird, die nichts mehr mit Pilzen zu tun hat. Meist zusammen mit schwarzen, nassen Stellen und einem schlaff wirkenden Block. Dieser Block geht in die Tonne, in einem geschlossenen Beutel. Wasch dir die Hände und schick uns das Foto. Zum Glück kommt es selten vor.
Ein Geruch, den du nicht einordnen kannst?
Beschreib ihn in einer Mail, so schräg wie möglich. "Riecht nach nassem Hund" oder "nach der Käsetheke" sagt uns oft mehr als ein Foto. Wir riechen den ganzen Tag an Substrat und erkennen die meisten Beschreibungen sofort. Und die Faustregel zum Merken: Wald ist gut, Hefe will Luft, sauer will Aktion, faulig ist vorbei.